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Nicht zu hoch gestapelt

Erfolgreiche Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik

 

Kreis Lip­pe/­Det­mold. Die Si­tua­tion auf dem Ar­beits­markt war für Mar­tina Mi­chel nicht be­son­ders ro­sig. Aus pri­va­ten Grün­den war die ge­lernte Ver­käu­fe­rin aus der Pfalz nach Lippe ge­zo­gen. Zu­vor hatte sie 20 Jahre im Ver­sand ei­nes Heiz­tech­nik­un­ter­neh­mens ge­ar­bei­tet und ihr war dort aus be­triebs­be­ding­ten Grün­den gekün­digt wor­den.

Mit Hilfe der Ar­beit­s­agen­tur suchte Mar­tina Mi­chel in Lippe nach neuen be­ruf­li­chen Per­spek­ti­ven. Eine zwei­jäh­rige Um­schu­lung zur Fach­kraft La­ger­lo­gis­tik en­dete für sie nach er­folg­rei­cher Ab­schluss­prü­fung in ei­ner Voll­zeit­stelle ei­nes Oer­ling­hau­ser un­ter­neh­mens. Fa­zit: "Ich habe nicht zu hoch ge­sta­pel­t", so Mar­tina Mi­chel au­gen­zwin­kern­d.

"Wer es in dem Le­bensal­ter und in die­ser Män­ner­domäne schafft, der ist auch für den Ar­beits­markt gut gerüs­tet", so das ein­hel­lige Fa­zit von Mar­tina Mi­chel und ih­rem Ar­beits­ver­mitt­ler Vik­tor Ban­mann von der Ge­schäfts­stelle Bad Sal­zu­flen der Det­mol­der Ar­beit­s­agen­tur. "­Doch wer wirk­lich will, ex­trem en­ga­giert und fle­xi­bel ist, der hat auch gute Chan­cen auf dem hei­mi­schen Ar­beits­markt - wie das vor­bild­li­che Bei­spiel von Frau Mi­chel zeig­t," weiß Ban­mann aus sei­ner be­ruf­li­chen Pra­xis. Die frisch ge­schulte Fach­kraft für La­ger­lo­gis­tik hatte nach ih­rem Haupt­schul­ab­schluss zunächst eine Aus­bil­dung als Ver­käu­fe­rin er­folg­reich ab­ge­schlos­sen. Nach jah­re­lan­ger Tätig­keit bei der Firma Vail­lant im Wa­ren­ein­gang, beim Ver­sand, in der Kom­mis­sio­nie­rung so­wie bei der Er­stel­lung von Ver­sand­pa­pie­ren er­folgte 2007 plötz­lich die be­triebs­be­dingte Kün­di­gung. "Da ar­bei­test du fast 20 Jahre lang in ei­ner Firma und von heute auf mor­gen ist al­les aus­", er­in­nert sich Mi­chel. "Ich bin natür­lich aus al­len Wol­ken ge­fal­len." Doch die le­bens­lus­tige und stets ar­beits­wil­lige Pfäl­ze­rin steckte den Kopf nicht in den Sand. "Ich dachte mir, jetzt erst recht!" So fand Mi­chel eine neue Auf­gabe bei Al­di. Ihr Tätig­keits­schwer­punkt: Kom­mis­sio­nie­rung mit Ga­bel­stap­ler. "Als Frau Mi­chel dann zur mir in die Ar­beits­be­ra­tung und Ver­mitt­lung kam, war re­la­tiv schnell klar, wo­hin der be­ruf­li­che Wer­de­gang führen soll­te", so Ban­mann. "La­ger­lo­gis­tik war mein Ding", so Mi­chel, "a­ber es fehlte die Qua­li­fi­zie­rung, um wirk­lich rea­lis­ti­sche Chan­cen auf Ar­beits­auf­nahme zu ha­ben." Der rich­tige Weg: eine Um­schu­lung zur Fach­kraft für La­ger­lo­gis­tik. Ban­mann: "Frau Mi­chel ist natür­lich eine bes­tens ge­eig­nete Kan­di­da­tin für die Um­schu­lung ge­we­sen." Als Ar­beits­ver­mitt­ler hat man al­ler­dings nicht nur die Be­wer­ber­seite im Blick, son­dern auch den hei­mi­schen Ar­beits­markt. Und auch der sprach 2010 für eine Um­schu­lung: Es gab einen Be­wer­berü­ber­hang in den An­lern- und Hel­fer­be­ru­fen in der La­ger­lo­gis­tik – ein Be­rufs­ab­schluss war also drin­gend ge­bo­ten. Ein Fach­kräf­te­be­darf "in An­sät­zen" ist in der La­ger­lo­gis­tik in Lippe fest­zu­stel­len, so dass die Per­spek­ti­ven auf Ar­beit auch mit­tel­fris­tig gut sind. Und mit ü­ber 40 Jah­ren noch ein­mal die Schul­bank drü­cken?! – Auch das konnte sich Mi­chel so­fort vor­stel­len. "Rück­bli­ckend kann ich sa­gen: Das Ler­nen macht mir in mei­nem Al­ter mehr Spaß als früher in der Schu­le!" Der kauf­män­ni­sche An­teil ist in der La­ger­lo­gis­tik recht hoch, was Mi­chel als ge­lernte Ver­käu­fe­rin sehr ent­ge­gen­kam. "Ein­mal ge­lernt, ist ge­lernt." Ent­spre­chend gut bis so­gar sehr gut fie­len dann auch sämt­li­che (Zwi­schen-)Prü­fun­gen in der Um­schu­lung aus. "Für einen Ar­beit­ge­ber sind natür­lich die No­ten, aber auch das Ge­sam­ten­ga­ge­ment ganz ent­schei­dend, und in bei­den Fäl­len hat sich Frau Mi­chel bes­tens prä­sen­tier­t", so Ban­mann.

Nach ein paar Be­wer­bungs­schrei­ben nach be­stan­de­ner Prü­fung kam dann der Ar­beits­ver­trag ins Haus. "Da wa­ren die Freu­den­trä­nen doch groß!", freut sich Mi­chel, die im Be­ruf nicht nur hoch sta­pelt, son­dern bei ih­rer Gar­ten­ar­beit – "­mein größtes Hob­by­" – auch gerne ein­mal tief gräbt. "Ich habe mich gut ein­ge­lebt in Lip­pe, aber der Blick auf die Wein­berge in der Pfalz fehlt, des­halb habe ich mir auch Wein im Gar­ten ein­ge­pflanz­t." Mit gu­tem Job und wil­dem Wein lässt es sich für Mar­tina Mi­chel in der Wahl­hei­mat Lippe gut le­ben.

vom 22.08.2012 | Ausgabe-Nr. 34A

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