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"Herr der Finanzen" geht

Kämmerer Horst Kortemeier geht in den Ruhestand

 

Ex­ter­tal (n­l). Wenn am kom­men­den Frei­tag, am 20. De­zem­ber, Käm­me­rer Horst Kor­te­meier seine Bürotür hin­ter sich schließt, dann geht eine lange Dienst­zeit im Ex­ter­ta­ler Rat­haus zu En­de: Nach fast 48 Jah­ren geht der "Herr der Fi­nan­zen" in den Ru­he­stand.

Keine leichte Ent­schei­dung, doch "­meine Ärz­tin hat ge­sagt, es gibt auch noch ein Le­ben nach der Ar­beit", sagt der 63-Jäh­rige lächelnd. Nicht, dass er sich krank fühle, aber nach so lan­ger Zeit und der Um­stel­lung auf das "­Neue Kom­mu­nale Fi­nanz­ma­na­ge­ment" ist Kor­te­meier jetzt auch froh, eine ge­ord­nete Käm­me­rei an sei­nen jet­zi­gen Stell­ver­tre­ter und dann Nach­fol­ger Hu­ber­tus Fri­cke zu ü­ber­ge­ben. "Ich gebe un­sere Fi­nan­zen in gute Hände wei­ter und das ist wich­tig".

­Zum 1. April 1966 be­gann der junge Kor­te­meier seine Tätig­keit als Ver­wal­tungs­lehr­ling im Rat­haus von Bö­sing­feld, ab­sol­vierte dann seine Bun­des­wehr­zeit bei der Ra­ke­ten­ar­til­le­rie in Schles­wig-Hol­stein, be­vor er an­sch­ließend wie­der ins Rat­haus zurück­kehr­te. "Ich war ei­gent­lich von An­fang an im Be­reich der Fi­nan­zen tätig." Mit sei­nem Kol­le­gen Horst Hil­le­brand, dem späte­ren Ord­nungs­amts­lei­ter, be­suchte Horst Kor­te­meier das Stu­dien­in­sti­tut für kom­mu­nale Ver­wal­tung in Bie­le­feld. Ge­mein­sam ab­sol­vier­ten sie den drei­jäh­ri­gen Lehr­gang für den ge­ho­be­nen Ver­wal­tungs­dienst. "Dann war ich Be­am­ter und es ging berg­auf", schmun­zelt der heu­tige Ober­ver­wal­tungs­rat Horst Kor­te­mei­er.

­Seine Lauf­bahn ging ab dann wirk­lich berg­auf und so wurde der Fa­mi­li­en­va­ter von zwei Kin­dern am 29. No­vem­ber 1989 zum Käm­me­rer der Ge­meinde Ex­ter­tal be­stellt. Er ü­ber­nahm sein Amt von sei­nem Vor­gän­ger Ru­dolf Bran­d.

­Be­son­ders stolz ist Kor­te­meier aber auch noch auf einen wei­te­ren Kar­rie­re­schritt: Denn als 1997 Adolf Her­mann als Bei­ge­ord­ne­ter aus sei­nem Amt aus­schied, wurde der Käm­me­rer am 28. Au­gust 1997 zum "All­ge­mei­nen Ver­tre­ter des Bür­ger­meis­ter­s" ge­wählt. "­Die bei­den Be­för­de­run­gen wa­ren schon be­son­dere Mo­mente in mei­nen Le­ben", sagt er. Doch egal wel­che Auf­ga­ben Kor­te­meier auch be­kom­men hat, sein gu­tes, freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis zu sei­nen Kol­le­gen war ihm im­mer wich­tig. "Ich habe un­sere Ge­meinde im­mer als Team ver­stan­den", sagt er.

Rück­bli­ckend be­trach­tet, hat er viele Ge­mein­de­di­rek­to­ren und Bür­ger­meis­ter kom­men und ge­hen se­hen: Da wa­ren Au­gust Meier und Sieg­fried Hel­ling, Hein­rich Senke sen., Hein­rich Zuch, Her­mann Haack und Hein­rich Senke ju­nior, Klaus Kamp­meier und jetzt seit 14 Jah­ren Hans Hop­pen­berg. Mit al­len kam er gut klar und alle hat­ten eins ge­mein­sam: "­Geld hat­ten wir nie ge­nug, so­lange ich den­ken kann. Aber Wün­sche hat­ten wir im­mer sehr vie­le", zieht Kor­te­meier Bi­lanz. War er an­fangs für einen Haus­halt­se­tat von rund zwölf Mil­lio­nen Mark ver­ant­wort­lich, sind es jetzt rund 20 Mil­lio­nen Eu­ro.

Als eine große schöne Auf­gabe be­zeich­net Kor­te­meier die Um­stel­lung des städ­ti­schen Haus­halts auf das "­Neue Kom­mu­nale Fi­nanz­ma­na­ge­ment". "Das war schon eine sehr span­nende Sa­che."

­Doch ir­gend­wann hatte er das Ge­fühl, dass er wie­der an sich und seine Fa­mi­lie den­ken soll­te. "Ich hätte auch noch zwei Jahre län­ger ar­bei­ten kön­nen, aber ir­gend­wann hatte ich das Ge­fühl, es ist jetzt ge­nug", sagt der ge­bür­tige Ex­ter­ta­ler. Und so teilte er sei­nem Bür­ger­meis­ter Hop­pen­berg mit, dass er zum 31. De­zem­ber 2013 in den Ru­he­stand ge­hen möch­te. Nur drei Mo­nate später, am 1. April 2014, hätte er die 48 Dienst­jahre kom­plett ge­habt. Doch da kommt es nicht mehr drauf an. Sein Stell­ver­tre­ter Hu­ber­tus Fri­cke steht in den Start­löchern, muss aber vom Rat noch am 18. De­zem­ber be­stellt wer­den. "Und un­sere Fach­ge­biets­lei­te­rin Ul­rike Han­ke, die sich bes­tens mit dem täg­li­chen Ge­schäft aus­kennt, bleibt ja wei­ter­hin an sei­ner Sei­te", freut sich der künf­tige Rent­ner.

Ab Ja­nuar wird er dann mehr Zeit für seine Fa­mi­lie und seine Hob­bys wie das Bas­teln, dem Kar­ton-Mo­dell­bau, der Gar­ten­ar­beit und der Mu­sik ha­ben. Auf eine neue Auf­gabe freut er sich aber ganz be­son­ders: "Un­ser ers­tes En­kel­kind hat sich für Ja­nuar an­gekün­digt, da bin ich als Opa ge­frag­t", ver­rät Kor­te­mei­er.

vom 14.12.2013 | Ausgabe-Nr. 50B

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