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Trend zum Überbrückungsjahr

Warum der Bundesfreiwilligendienst die Berufswahl erleichtert

 

Kreis Lippe . Im­mer mehr junge Men­schen le­gen nach der Schul­zeit ein Ori­en­tie­rungs­jahr ein. Auch der Blom­ber­ger Ca­ner Yil­maz (20) und To­bias Gott­schalk (19) aus Det­mold nah­men eine sol­che "­Aus­zeit". So­eben ha­ben sie ih­ren Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst beim Deut­schen Ju­gend­her­bergs­werk (D­JH) be­en­det.

Was ma­che ich nach dem Ab­itur? Soll ich eine Aus­bil­dung be­gin­nen oder lie­ber ein Stu­di­um? Diese Fra­gen be­weg­ten auch Ca­ner Yil­maz. "Das stand da­mals al­les noch in den Ster­nen", meint er im Rück­blick. Nach ei­nem Jahr lau­tet heute sein Fa­zit: "­Den Dienst beim DJH emp­fand ich als sehr ab­wechs­lungs­reich; er hat mich in mei­ner Ent­schei­dung wei­ter­ge­bracht." Er half am Mes­se­stand bei der In­ter­na­tio­na­len Tou­ris­mus­börse in Ber­lin, be­glei­tete eine Ju­gend­be­geg­nung nach Is­rael und lernte meh­rere Ar­beits­be­rei­che der DJH-Haupt­ge­schäfts­stelle ken­nen. Vor al­lem die Ein­bli­cke in der IT-Ab­tei­lung be­wo­gen ihn, in Pa­der­born ein In­for­ma­tik­stu­dium auf­zu­neh­men. Auch To­bias Gott­schalk ist froh, dass er "nach der Schule das rich­tige Ar­beits­le­ben ken­nen­ler­nen konn­te". Seine be­son­de­ren Höhe­punkte wa­ren Be­geg­nun­gen mit Ju­gend­li­chen aus Süd­ko­rea und Russ­land. Im Laufe des Jah­res kon­kre­ti­sierte sich sein Be­rufs­wun­sch. Heute ab­sol­viert er eine Aus­bil­dung als Kauf­mann für den Groß- und Außen­han­del. Ü­ber diese Rück­mel­dun­gen freute sich DJH-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bernd Dohn, als er den bei­den jun­gen Män­nern die Zeug­nisse ü­ber­reich­te. "Wer weiß, viel­leicht se­hen wir uns ja wie­der­", sagte Dohn. "Ju­gend­her­ber­gen sind ja auch als Ar­beit­ge­ber in­ter­essant." Die Nach­folge der Bun­des­frei­wil­li­gen ha­ben Do­ro­thee Cro­e­nert und Ger­rit Pan­tel an­ge­tre­ten. Die 34-Jäh­rige hat sich ge­zielt beim DJH be­wor­ben, um Er­fah­run­gen in der in­ter­na­tio­na­len Ar­beit zu sam­meln. Sie bringt einen Ma­gis­ter-Ab­schluss in Agrar­wis­sen­schaft und mehr­jäh­rige Be­rufs­er­fah­rung mit. Nach ei­ner Welt­reise ent­stand der Wunsch, eine neue Rich­tung ein­zu­schla­gen. "­Die Auf­ga­ben hier im Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst sind ab­wechs­lungs­rei­cher als ich dach­te", fasst sie ihre ers­ten Ein­drü­cke zu­sam­men. "­Die prak­ti­schen Er­fah­run­gen wer­den mir nüt­zen." Nach dem Ab­itur am Leo­pol­di­num ent­schied sich Ger­rit Pan­tel (19) wie meh­rere sei­ner Mit­schü­ler für ein "Ü­ber­brü­ckungs­jahr". Nach vier Wo­chen stellt er fest: "­Der Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst beim DJH ist et­was Be­son­de­res. Ich kann recht selbst­stän­dig ar­bei­ten und bin ver­ant­wort­lich für meine Pro­jek­te." Ob, wo und was er stu­die­ren möch­te, steht noch nicht fest. Dafür bleibt dem Det­mol­der ja noch ein Jahr Be­denk­zeit.

vom 04.10.2017 | Ausgabe-Nr. 40A

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