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Die grüne, etwas andere Weihn...

 

Die grü­ne, et­was an­dere Weih­nach­ten In­ter­view mit dem Grinch Die Weih­nachts­fei­er­tage sind in Deutsch­land eine Zeit, auf die sich die Men­schen freu­en. Be­sinn­li­che Au­gen­bli­cke mit der Fa­mi­lie, gemüt­li­ches Bei­sam­men­sein. Die Welt ist in die­sen Ta­gen ent­schleu­nigt. Ent­spann­ter und kommt zur Ru­he. Et­was, das alle Men­schen in Deutsch­land ge­nießen. Na ja, fast al­le. Zu­min­dest, seit­dem ein ge­wis­ser, grü­ner Ge­selle das Lip­per Land be­tre­ten hat. Ganz Recht! Bei dem grü­nen Ge­sel­len han­delt es sich um nie­mand ge­rin­ge­ren als den Weih­nachts­kri­ti­ker, den Grin­ch. Was für eine Ü­ber­ra­schung, dass er in der Zeit, die ihm am al­ler­we­nigs­tens lieb ist, einen Mo­ment ge­fun­den hat, um mit LIPPE AK­TEULL ein klei­nes Pläusch­chen ü­ber das ver­gan­gene Jahr zu hal­ten. LA: Es ist ganz zau­ber­haft, dass Sie sich ha­ben durch­rin­gen kön­nen, mit LIPPE AK­TU­ELL ü­ber das ver­gan­gene Jahr zu spre­chen. Grin­ch: Eher un­gern, aber jetzt bin ich schon mal hier. Hat ja nicht lange ge­dau­ert, eu­ren klei­nen Land­kreis zu fin­den. (Er grinst.) Und dazu kom­men noch die hun­der­ten von Bau­stel­len. Was macht ihr Men­schen nur mit eu­ren Straßen, dass es not­wen­dig wird, sie ü­ber­all auf­zu­reißen? LA: Na ja, Herr Grin­ch, das wird wohl eher der Sa­nie­rung die­nen. Da­mit die Straßen wie­der gut be­fahr­bar sind. Grin­ch: Ah ja. (Er ver­schränkt un­be­ein­druckt die Arme vor der Brust) LA: Nun denn, Herr Grin­ch. Wie wür­den Sie die­ses be­wegte Jahr in ei­nem Satz zu­sam­men­fas­sen? Grin­ch: Aus mei­ner Sicht­weise sind das wun­der­bare Ent­wick­lun­gen. So schön trau­rig und schlecht. LA: (Re­dak­teur ist leicht ver­wirr­t). Wun­der­bare Ent­wick­lun­gen? Grin­ch: Das Jahr be­gann schon mit schlech­ten Nach­rich­ten und stei­gerte sich Wo­che um Wo­che, Mo­nat um Mo­nat. Er­in­nern Sie sich an den Flug­zeu­gab­sturz in Blom­berg? Wo der 76-jäh­rige Cessna-Pi­lot nur noch tot ge­bor­gen wer­den konn­te? LA: Wie könnte ich das ver­ges­sen? Grin­ch: Das war wirk­lich grau­sig. Vor al­lem, da bis heute nicht klar ist, warum er denn ü­ber­haupt ab­ge­stürzt ist. Wahr­schein­lich kön­nen wir nächs­tes Jahr ü­ber die­sen Vor­fall noch ein­mal spre­chen. Wirk­lich trau­rig, was da pas­siert ist. LA: Ja ... ja, in der Tat. (Re­dak­teur bleibt ver­wirrt von den freund­li­chen, mit­fühlen­den Wor­ten des Grin­ches und sor­tiert die No­ti­zen.) Dann ... kom­men wir auf das wohl noch im­mer ak­tu­ellste The­ma: Co­ro­na. Grin­ch: Ah, der klei­ne, un­sicht­bare Feind. (Grinch legt die Hände zu­sam­men und schaut mit ei­nem se­li­gen Lächeln gen Him­mel.) Der neue Lock­down ist ganz nach mei­nem Ge­schmack – er macht die Men­schen so un­freund­lich und un­ge­hal­ten. Die Ge­schäfte müs­sen schließen, Weih­nachts­ge­schenke kön­nen nicht ge­kauft wer­den. Ist das nicht ganz zau­ber­haft? Die Ent­wick­lun­gen im Kreis Lippe sind ganz nach mei­nem Ge­schmack! Und gu­cken Sie sich nur mal die In­zi­denz­fälle an – weit ü­ber 300 in ei­ni­gen Städ­ten, so­gar bis zu 700 in Au­gus­torf in der drit­ten De­zem­ber­wo­che. Das ist wirk­lich wun­der­bar. LA: (Re­dak­teur räus­pert sich ver­hal­ten.) Ja, als wun­der­bar würde ich das nun nicht be­zeich­nen. Es ster­ben viele Men­schen da­durch, Herr Grin­ch. Grin­ch: Ihr Men­schen kriegt das schon in den Griff. Wenn ihr euch alle schön an die AHA-C-L-Re­geln hal­tet, dann kriegt ihr das in den Griff. Und trefft euch bloßü­ber Weih­nach­ten nicht mit der Fa­mi­lie und bleibt schön für euch al­lein! LA: Ja, das ... ist das, was die meis­ten wahr­schein­lich tun wer­den. Grin­ch: Se­hen Sie? Ganz her­vor­ra­gend! Ihr habt ja auch Ama­zon, die­sen Be­stell­ser­vice. Warum also raus­ge­hen? LA: Der Be­stell­ser­vice. Ama­zon ist auch so ein Thema im Kreis, Herr Grin­ch. Ha­ben Sie ge­ra­ten, dass ich mit Ih­nen darü­ber re­den woll­te? Grin­ch: Es ist ein so herr­lich auf­re­gen­des The­ma, nicht? Der Bür­ger­meis­ter von Belle will die­sen Stand­ort für das große A, aber die An­woh­ner nicht. Das ist so auf­re­gend! Ich bin ge­spannt, wie das wei­ter­geht und ob das Ver­sand­la­ger im In­dus­trie­park ge­baut wird. LA: Amü­siert Sie die Wahl des Atom­mül­lend­la­gers auch so wie die Co­rona-Krise oder die Ama­zon-An­ge­le­gen­heit? Grin­ch: Oh, natür­lich! Da war ja was. Das Atom­mül­lend­la­ger – aber das wird ja erst noch ent­schie­den. Ich bin end­los ge­spannt, ob Lippe zum End­la­ger wird. Das würde für wun­der­bare Auf­re­gung sor­gen. Für Pro­teste und De­mos und Pe­ti­tio­nen. Hach, was würde es die Men­schen auf­wühlen, oder etwa nicht? LA: Ich den­ke, da­von kön­nen wir aus­ge­hen, ja. (Re­dak­teur in­ner­lich: Hil­fe!) Was sa­gen sie denn zu den Kom­mu­nal­wah­len in Lippe die­ses Jahr, Herr Grin­ch? Grin­ch: Das war ja eine durch­wach­sene Sa­che! Ihr konn­tet euch zwi­schen den bei­den Land­rats­kan­di­da­ten nicht ent­schei­den, so­dass es zur Stich­wahl zwi­schen dem Grin­ser und dem Leh­mann kam. Ach, war das wun­der­bar! Die­ses Kopf-an-Kopf-Ren­nen. Herr­lich. Während eure Bür­ger­meis­ter­wah­len vie­ler­orts ja ganz ent­spannt und ge­sit­tet von stat­ten gin­gen, hat­ten die Au­gus­tor­fer ja wirk­lich ein biss­chen zu zit­tern, nicht? Der Wulf oder der Kat­zer. Sind Sie zu­frie­den mit der Wahl des Bür­ger­meis­ters in Au­gus­torf? LA: Ich möchte dazu keine Mei­nung ha­ben, Herr Grin­ch. Grin­ch: Ach, das ist ja lang­wei­lig. LA: Das Thema Fleisch hat Deutsch­land die­ses Jahr auch po­la­ri­siert. Grin­ch: Die Tön­nies-Sa­che. Ganz, ganz ü­bel. Das wird si­cher­lich ei­nige Men­schen zum Um­den­ken ge­bracht ha­ben. Die hun­der­ten Co­rona-Fäl­le. Die Aber­tau­sende von Tie­ren, die in der Zeit zu fett wur­den, weil sie nicht vor­her ge­schlach­tet wer­den konn­ten und dann so­gar einen sinn­lo­sen Tod star­ben. Ich hoffe doch sehr, dass es zu ei­nem Um­den­ken ge­führt hat. Viel­leicht ha­ben die Men­schen sich dar­auf be­sin­nen kön­nen, lo­ka­ler zu kau­fen, sich Ge­dan­ken um die Fleisch­her­kunft zu ma­chen. Das wäre, mei­ner Mei­nung nach, eine wun­der­bare Ent­wick­lung. Tiere ver­die­nen eine sol­che Be­hand­lung nicht. LA: Was sa­gen Sie zu der Park­si­tua­tion in Det­mold? Grin­ch: Grau­sam. Umso wun­der­vol­ler für mich. All die lan­gen Ge­sich­ter der­je­ni­gen, die einen Park­platz su­chen. Oh, so schön! Im­mer muss be­zahlt wer­den. Das ist eine ganz her­vor­ra­gende Sa­che! LA: Nun ja, aber es gibt ja auch Gut­schei­ne, die man in Ge­schäf­ten ein­lö­sen kann, Herr Grin­ch. Grin­ch: Das ist wahr. Aber die meis­ten Men­schen nut­zen diese gar nicht. Ha, und wie lus­tig es ist, dass sie auch gar nicht ein­gelöst wer­den kön­nen, wenn die Lä­den jetzt so zu Co­rona-Zei­ten auch zu ha­ben, oder? Da geht ja al­len was durch die Lap­pen (lacht amü­siert von sich selbst). LA: Kom­men wir doch mal zu was Er­freu­li­chem. Grin­ch: Was soll das bitte sein? Die Pleite vom Ver­teil­ser­vice Ih­rer Zei­tung? LA: (Re­dak­teur lacht un­be­hol­fen). In die Rich­tung wollte ich ge­hen, ja. Meine Re­dak­tion ist ja da­bei, sich kom­plett neu­auf­zu­stel­len. Wir ha­ben ja einen neuen Chef­re­dak­teur be­kom­men, den Gunt­mar Wolff. Seit­dem än­dert sich in LIPPE AK­TU­ELL ei­ni­ges. Auch in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Re­dak­ti­ons­team. Wir ha­ben schon ei­ni­ges am Lay­out ge­macht und die Zei­tung schaut doch im Ge­ne­rel­len schon fri­scher und mo­ti­vier­ter aus, oder nicht? Grin­ch: (Grunzt un­zu­frie­den) Es ist schreck­lich, wie gut Sie das fin­den. LA: Na ja, nach dem Drama mit dem Ver­tei­ler ü­ber das Os­ter­wo­chen­ende finde ich, dass wir das als LIPPE AK­TU­ELL an al­len Ecken und En­den sehr gut ge­meis­tert ha­ben. Grin­ch: Stimmt. Euch gibt es im­mer­hin noch. Das ist ... in der Tat er­freu­lich. LA: (Re­dak­teur ist ü­ber­rascht) Oh, so po­si­tive Worte von Ih­nen, Herr Grin­ch? Grin­ch: Es wäre scha­de, wenn Lip­pes größte Wo­chen­zei­tung ver­schwän­de, oder nicht? LA: In der Tat. Grin­ch: Ich mag eure Be­richt­er­stat­tung. Ihr seid so schön nah an den auf­rei­ben­den The­men. Bür­ger­meis­ter­wah­len. Ama­zon in Bel­le. Co­rona – im­mer ak­tu­ell. Schu­lum­bau­ten. Kita-Grün­dun­gen und Neu­bau­ten. Brü­cken­bau­ten. Tem­po­pro­bleme in den Lip­per Städ­ten. Par­ken. Was also will ein Grinch mehr? LA: Das sind wahr­lich freund­li­che Wor­te, die mich freu­en, Herr Grin­ch. Grin­ch: Wie auch im­mer. Das Ge­spräch lang­weilt mich jetzt. LA: Herr Grin­ch, eine Frage no- Grin­ch: Der Grinch ist raus! Un­fröh­li­che Weih­nach­ten an al­le! (tr) BUZ Der Grinch im In­ter­view mit LIPPE AK­TU­ELL - das war ein Spaß! Fo­to: Pi­xa­bay

vom 19.12.2020 | Ausgabe-Nr. 51B

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