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Wie lange soll die
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Wie lange soll die
­Mas­ken­pflicht noch gel­ten? For­scher zei­gen sich skep­tisch Kreis Lip­pe. Nicht nur im Kreis Lippe sin­ken die Co­rona-Fall­zah­len und die Sehn­sucht nach Nor­ma­lität wächst. Während et­li­che Be­schrän­kun­gen weg­fal­len, bleibt die Mas­ken­pflicht bis­her be­ste­hen. Wie lange noch? Darü­ber will Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Lam­brecht dis­ku­tie­ren. Die For­schung aber ist eher skep­tisch. Die For­de­rung nach ei­nem Ende der Mas­ken­pflicht ist nicht wirk­lich neu. Be­reits im Mai machte das Land Nie­der­sach­sen den Vor­stoß, die Mas­ken­pflicht bei ei­ner sta­bi­len Sie­ben-Tage-In­zi­denz un­ter 35 un­ab­hän­gig vom Impf­sta­tus auf­zu­he­ben – al­ler­dings nur im Ein­zel­han­del. Nach er­heb­li­cher Kri­tik ru­derte das Land zurück. Wie ste­hen die 
­ver­schie­de­nen Par­teien 
­zur Mas­ken­pflicht? Die FDP wirbt schon län­ger für eine mög­lichst weit­ge­hende Rück­nahme der Co­rona-Maß­nah­men. So passt es ins Bild, dass Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­dent Ku­bicki nun ein kom­plet­tes Ende der Mas­ken­pflicht ver­langt. "­Bei ei­ner kla­ren In­zi­denz un­ter 35 darf der Staat gar keine Grund­rechte pau­schal für alle Bür­ger ein­schrän­ken", meint er. Ähn­lich sieht es die AfD, die das Thema so­gar in ihr Wahl­pro­gramm für die Bun­des­tags­wahl auf­ge­nom­men hat. Kon­kret heißt es dort: "Das Tra­gen von Mas­ken in Kin­der­ta­gesstät­ten, Hor­ten und Schu­len leh­nen wir ab." Wel­che Re­ge­lun­gen 
­gel­ten der­zeit? Nicht nur an den Schu­len sind Mas­ken noch All­tag. Be­reits am 25. No­vem­ber 2020 hat­ten sich Bund und Län­der dar­auf ge­ei­nigt, dass jede Per­son in öf­fent­lich zugäng­li­chen, ge­schlos­se­nen Räu­men eine Mund-Na­sen-Be­de­ckung tra­gen muss. Mitte Ja­nuar 2021 wurde diese Vor­schrift un­ter dem Ein­druck ho­her Co­rona-In­fek­ti­ons­zah­len ver­schärft. Fortan soll­ten in öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln und Ge­schäf­ten so­ge­nannte me­di­zi­ni­sche Mas­ken ge­tra­gen wer­den – also OP-Mas­ken oder Mas­ken mit den Stan­dards KN95/N95 oder FF­P2. Eine Stoff­maske reicht seit­dem nicht mehr aus. Nun aber ist kein ein­zi­ges Bun­des­land mehr ü­ber ei­ner Sie­ben-Tage-In­zi­denz von 35. Des­halb er­las­sen erste Kom­mu­nen und Lan­des­re­gie­run­gen Lo­cke­run­gen. In Nord­rhein-West­fa­len rei­chen etwa im Öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr wie­der so­ge­nannte OP-Mas­ken aus. An­dere Län­der, wie bei­spiels­weise Ber­lin, hal­ten da­ge­gen wei­ter an der Mas­ken­pflicht im öf­fent­li­chen Raum fest – und zwar ü­ber­all dort, wo der Min­destab­stand von 1,5 Me­tern nicht ein­zu­hal­ten ist, also auch in War­te­schlan­gen draußen oder in be­leb­ten Ein­kaufss­traßen fest. Selbst in Al­ten- und Pfle­ge­hei­men müs­sen in der Haupt­stadt noch FFP2-Mas­ken ge­tra­gen wer­den, ob­wohl dort die meis­ten Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner so­wie das Per­so­nal zwei­fach ge­impft ist. Mit Blick auf die Schu­len emp­fahl die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz zwar ge­rade eine Rück­kehr zum "un­ein­ge­schränk­ten Re­gel­be­trie­b" nach den Som­mer­fe­ri­en. Maß­nah­men wie eine Mas­ken­pflicht oder Tests wer­den al­ler­dings nicht aus­ge­schlos­sen. Wie sinn­voll sind Mas­ken? Da­bei bleibt um­strit­ten, ob Mas­ken bei ei­ner nied­ri­gen In­zi­denz und stei­gen­der Impf­quote ü­ber­haupt wei­ter nötig sind. "Im Außen­be­reich macht eine Mas­ken­pflicht nur noch in sehr kri­ti­schen Si­tua­tio­nen Sinn", sagte etwa Pe­ter Wal­ger von der Deut­schen Ge­sell­schaft für Kran­ken­haus­hy­giene und nannte als Bei­spiel einen Sta­dion-Be­such auf der aus­ver­kauf­ten Tribü­ne. Vi­ro­loge Jo­nas Schmidt-Cha­na­sit hält zu­min­dest eine FFP2-Maske bei In­zi­den­zen un­ter 10 für un­nötig – wohl­ge­merkt aber eben­falls "außer­halb von ge­schlos­se­nen Räu­men". (gw)

vom 19.06.2021 | Ausgabe-Nr. 24B

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