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Qualitätsprüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Bad Salzuflen

Qualität immer gefragter

Bad Sal­zu­flen (m­h). »­Ganz schlimm ist es, wenn Würste ge­tes­tet wer­den«, sagt Die­ter Sta­nis­law­ski. »Spätes­tens ab der zehn­ten Le­ber­wurst ist so eine Qua­litätsprü­fung Schwerst­ar­beit«. Sta­nis­law­ski ist ei­ner v0n 330 Ex­per­ten, die in die­ser Wo­che im Mes­se­zen­trum Bad Sal­zu­flen im Auf­trag der Deut­schen Land­wirt­schafts-Ge­sell­schaft (DLG) Le­bens­mit­tel un­ter die Lupe ge­nom­men ha­ben.

Le­ber­wurst stand bei der Prü­fung in Bad Sal­zu­flen nicht auf dem Spei­se­plan – dafür Fer­tig­ge­richte jeg­li­cher Art. »­Der Con­ve­ni­ence-Be­reich wird im­mer größer und be­deu­ten­der«, er­klärt DLG-Spre­che­rin Re­gina Hüb­ner. Ein­fa­cher, schnel­ler, ab­wechs­lungs­rei­cher, aber auch qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger soll das Es­sen sein – ein Trend, der sich fort­setzt. Ne­ben den »­Stan­dard«-Fer­tig­ge­rich­ten wie Do­sen­ein­topf oder Tief­kühl­pizza nimmt das so­ge­nannte »Chil­led Foo­d« einen im­mer größe­ren Raum in den Su­per­märk­ten ein. Da­bei han­delt es sich um fer­tige Ge­richte oder -Kom­po­nen­ten aus dem Kühl­re­gal, die der hung­rige Ver­brau­cher – je nach Art des Ge­richts – nur noch er­hit­zen muss. Die bei die­ser Kühl­kost oft sug­ge­rierte »Ul­tra­fri­sche« ist laut Le­bens­mit­tel-Ex­perte Prof. Dr. Goetz Hil­de­brandt je­doch miss­ver­ständ­lich: »­Die Ge­richte sind – wie al­les im Kühl­re­gal – ver­derb­lich. Die Mög­lich­keit, dass sich Krank­heits­er­re­ger ver­meh­ren, wird größer, je län­ger das Pro­dukt im La­den liegt. Das Pro­blem gibt es bei Tief­kühl­kost nicht«.

­Die Qua­lität des Chil­led Food, be­tont Dr. Hil­de­brandt, stünde auf ei­nem an­de­ren Blatt. »­Die Ge­richte sind in der Mehr­zahl hoch­prei­sig und hoch­wer­tig. Der Kunde be­kommt et­was für sein Geld – auch wenn es nicht die ver­spro­chene Ul­tra­fri­sche ist«. Frisch be­deute in dem Fall »­frisch zu­be­rei­tet«. »Dar­auf muss sich der Kunde ver­las­sen. In je­dem Fall sollte Kühl­kost – wie wir es seit je­her etwa mit Milch­pro­duk­ten ma­chen – zeit­nah zum Kauf ver­speist wer­den«.

Ins­ge­samt müs­sen die Qua­litätsprü­fer rund 3.000 Tief­kühl­pro­duk­te, Fer­tig­ge­rich­te, Kühl­ge­richte und Fein­kos­ter­zeug­nisse tes­ten. Der Ge­schmack, der Ge­ruch, das Aus­se­hen und die Kon­sis­tenz des Pro­dukts fließen in die Be­wer­tung ein. Was für je­man­den, der gern isst, nach ei­nem ech­ten Traum­job klingt, kann ganz schön an­stren­gend sein: »­Man muss im Schnitt 15 Spei­sen mehr­mals pro­bie­ren. Da ist wirk­lich Kon­zen­tra­tion ge­frag­t«, er­klärt Die­ter Sta­nis­law­ski. Zwi­schen­durch gibt es schwa­chen Tee und un­ge­würz­tes Weiß­brot zum Neu­tra­li­sie­ren. Die »Tes­tes­ser« sind eh­ren­amt­lich tätig, ver­fü­gen aber ü­ber eine große Pro­dukt­kennt­nis und sind sen­so­risch ge­schult. Sie ar­bei­ten nor­ma­ler­weise zum Bei­spiel in der Pro­dukt­ent­wick­lung, der Qua­litäts­si­che­rung, der Le­bens­mit­telü­ber­wa­chung oder in La­bors.

Im Sep­tem­ber lie­gen die Er­ge­nisse der Qua­litätsprü­fung vor. Dann steht fest, wel­che der 242 Un­ter­neh­men für wel­che Pro­dukte ein DLG-Sie­gel in Gold, Sil­ber oder Bronze be­kom­men.

vom 30.08.2008 | Ausgabe-Nr. 35B

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