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Frauenministerin Lambrecht wil...

Frau­en­mi­nis­te­rin Lam­brecht will Gen­ders­tern­chen stop­pen Auf Gen­der­zei­chen, nicht aber auf ge­schlech­ter­ge­rechte Spra­che ver­zich­ten Kreis Lip­pe. LIPPE AK­TU­ELL hatte es be­reits vor Mo­na­ten ge­for­dert, nun zieht Frau­en­mi­nis­te­rin Chris­tine Lam­brecht (SPD) nach: Sie will das Gen­ders­tern­chen stop­pen und drängt Mi­nis­te­ri­en, Kanz­ler­amt und alle obers­ten Bun­des­behör­den zum Ver­zicht auf das Zei­chen. "­Son­der­zei­chen als Wort­be­stand­teile in der of­fi­zi­el­len Kom­mu­ni­ka­tion" seien "­nicht zu ver­wen­den", heißt es in ei­ner Emp­feh­lung des fe­der­führen­den Frau­en­mi­nis­te­ri­ums zur ge­schlech­ter­ge­rech­ten Spra­che in der Bun­des­ver­wal­tung. Ne­ben dem Gen­ders­tern­chen sol­len auch der Bin­nen­dop­pel­punkt, der Bin­nen­un­ter­strich, das große Bin­nen-I oder das Trema aus der of­fi­zi­el­len Kom­mu­ni­ka­tion ver­schwin­den. Ver­wie­sen wird auf die Auf­fas­sung des Deut­schen Recht­schrei­be­ra­tes, wo­nach die Ver­wen­dung der Son­der­zei­chen "­der­zeit" rechts­wid­rig sei und nicht si­cher­ge­stellt sei, dass sol­che Schreib­wei­sen "all­ge­mein ver­ständ­lich sin­d". Während Son­der­zei­chen ab­ge­lehnt wer­den, emp­fiehlt das Frau­en­mi­nis­te­rium aus­drück­lich, das "­ge­ne­ri­sche Mas­ku­li­num" zu ver­mei­den, wenn auch eine weib­li­che Form exis­tie­re, wie bei "­Kun­de" und "­Kun­din". Aus­ge­nom­men wer­den nur ju­ris­ti­sche oder ab­strakte Per­so­nen wie "­Ar­beit­ge­ber". Für zu­sam­men­ge­setzte Wör­ter wie­derum wird ein "prag­ma­ti­scher Um­gang" an­ge­regt. So sei die Ver­wen­dung des Be­griffs "­Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz" in Ord­nung, wo­bei die Klar­stel­lung bei der Auf­lö­sung des Kom­po­si­tums zu er­fol­gen ha­be, etwa als "­Kon­fe­renz der Bun­des­kanz­le­rin mit den Re­gie­rungs­che­fin­nen und Re­gie­rungs­chefs der Län­der". Von der ab­wech­seln­den Ver­wen­dung von männ­li­cher und weib­li­cher Form wird ab­ge­ra­ten. Wo im­mer mög­lich, soll ein neu­tra­les Wort ver­wen­det wer­den, heißt es in der Emp­feh­lung wei­ter, etwa "­Teil­nah­me­lis­te" statt "­Teil­neh­mer­lis­te". Auch wer­den mög­lichst ge­schlechts­neu­trale Be­griffe an­ge­mahnt, wie Pfleg­kraft, Be­leg­schaft oder Vor­sitz. Geht das nicht, emp­fiehlt das Mi­nis­te­rium die Nen­nung bei­der Ge­schlech­ter. The­ma­ti­siert wird auch der Um­gang mit Per­so­nen mit di­ver­sem oder of­fe­nem Ge­schlechts­ein­trag, hier blei­ben die Emp­feh­lun­gen aber zurück­hal­tend. Gehe es um ge­mischte Grup­pen, sei die aus­sch­ließ­li­che Nen­nung von weib­li­cher und männ­li­cher Form "­grundsätz­lich an­nehm­bar", da der An­teil an­de­rer Per­so­nen "­sehr ge­ring ist", heißt es. Bei Stel­len­aus­schrei­bun­gen wird gleich­wohl die Nut­zung der Ab­kür­zung (m/w/d) ein­ge­for­dert. Frau­en­mi­nis­te­rin Chris­tine Lam­brecht lei­tet auch das Jus­tizres­sort und hatte vor ei­nem Jahr für Auf­se­hen ge­sorgt, als sie in ei­nem Ge­setz­ent­wurf des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums aus­sch­ließ­lich die weib­li­che Form ver­wen­de­te, also durch­ge­hend von Ar­beit­neh­me­rin­nen, Ge­schäfts­füh­re­rin­nen oder Ver­brau­che­rin­nen die Rede war. Nach Wi­der­stand des In­nen­mi­nis­te­ri­ums war sie zu zurück­ge­ru­dert, so­dass das Ge­setz schließ­lich als "männ­lich" durchs Ka­bi­nett und den Bun­des­tag ging. Auch wir bei LIPPE AK­TU­ELL wer­den uns wei­ter­hin des The­mas an­neh­men und die üb­li­che Schreib­weise ohne Gen­der­zei­chen bei­be­hal­ten. (gw)

vom 16.10.2021 | Ausgabe-Nr. 41B

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